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2. Einsatz an der Friedenshütte

Friedenshütte 1990

1990 Mein persönliches Tagebuch über eine Fahrt zur Friedenshütte.

18.05. 1990 Freitag

Karl-Heinz Vogel, Stanislaus Spalis, Michael Müller, Max Rüter sind vorab gefahren.

20.05. 1990 Sonntag Walter Scharhag, Heinz Bender (im VW -Bus), Inge und Reinhard Wedel bei uns im Auto. (Cilly und Michael Schollmayer ) Um 4.00 Uhr aufgestanden, und um 4.40 Wedels in der Berliner Siedlung abgeholt. Über Basel, Bern, Genfer See, Großer St. Bernhard durch den Tunnel, Aosta, Turin, Cuneo, zum Colle de Maddalena. Die ganze Fahrt keine Probleme. Gegen 8.00 Uhr in Basel, um 10.00 in Martigne, gegen16.00 in Cuneo. Um 16.45 auf der Hütte. Doch zuvor bei Mords-Gewitter in Cuneo dringend eine Tankstelle gesucht. Kein Benzin mehr, aber was fast noch schlimmer war, es gab einige volle Blasen. Da sonntags viele Tankstellen (mit WC) in Italien geschlossen haben, war diese Kombination nicht so einfach zu finden. Dafür entschädigte der schöne Empfang u.a. mit Tuborg Bier. Dann begann das Warten auf Walter und Heinz. Die Männer hatten unterwegs Probleme mit dem VW Bus. Früh ins Nest. Technisches: St. Bernhard Tunnel kostet einfach SF 23.50, hin und retour, SF 32.- Autobahngebühr in Italien, Aosta–Turin L 10700.- Turin– Fossano L 6900.-

21.05. 1990 Montag

Einigermaßen geschlafen. Um 6.00 Uhr raus und Feuer im Herd für warmes Wasser gemacht. Leider funktioniert das fließende Wasser nicht. Gegen 8.00 Frühstück. Um 9.00 an die Arbeit. MM, KH, und Reinhard bauen Betten auf. Walter und Heinz streichen den Sockel der Fassade.

Stasi und ich verputzen / streichen das Konferenzzimmer. Mit dem Reibeputz sind ruckzuck 2 von 3 Wänden fertig. Kaum sind die Wände trocken, da hängen auch schon die mitgebrachten Bilder.

Um 16.00 Uhr Feierabend. Kurzfristig konnte man sogar warm duschen.

22.05. 1990 Dienstag

7.45 Uhr aus den Betten. Nicht alle. Da die Baguette erst um 9.00 geholt werden können, mit dem wenigen Brot und Brötchen von gestern vorlieb genommen. Mit Cilly und Stasi zum Einkauf nach Barcelonette. Am franz. Zoll / Polizei lange Passkontrollen. Zum Bau- und Supermarkt. Für das Konferenzzimmer Teppichboden gekauft. Im Supermarkt, Lebensmittel und Getränke. Kurz nach 11.00 sind wir wieder auf der Hütte. KH und Max versuchen die defekte Kloschüssel zu reparieren. Walter und Heinz streichen weiter an der Außenfront. Außerdem ist der Schuttabhang etwas freundlicher zu gestalten. Nach einem Gemüse – Süppchen, geht es mit Hochdruck im Konferenzzimmer weiter. Um 16.00 ist der Rauhputz fertig, der Sockel gestrichen, die Glasfront ebenfalls. Ergo kann nun der gemütliche Teil folgen. Skat spielen, lesen, oder mit Cilly und Walter einen Spaziergang machen.

Die Anlage vor dem Refugio muss unbedingt verbessert werden. Nachdem der Schutt weggeräumt ist, geht Stasi auf Einkaufstour. Sieh, das Gute liegt so nah.

So wird der halbe Berg von Blumen und Gestrüpp befreit. Nun beginnt die Pflanz- Aktion vor der Hütte.

Die Hänge am Berg bietet alles was der Hobbygärtner benötigt.Ob die Pflanzen allerdings den rauen Umgang vertragen steht noch in den Sternen.

Der gemütliche Teil

23.05. 1990 Mittwoch

Der Teppichboden ist verlegt, die Bilder aufgehängt, das Konferenzzimmer strahlt in neuem Glanz. Der Präsident der AGLI kann kommen. Bis zum Mittag noch ein wenig aufgeräumt, keine weiteren Arbeitsprogramme in Sicht. Fred und Rita Bungarten sind mit ihrem Wohnmobil gekommen. Nach dem Essen mit dem Brezelweg Markierungskommando, KH, Stasi und Walter unterwegs in Richtung Ruinendorf. Sie arbeiten und ich knipse.

Nach dem Abendessen entfliehen Cilly, Walter, Max und ich der Raucher (Räucher) der Höhle und spazieren bis zum Einbruch der Dunkelheit in das L’ Ubaye Tal.

Leider ist des Wetter nicht so wie sich das der Fotograf wünscht. 1¾ Stunde marschiert, an vielen Stellen mit der selbstgebastelten Bretzelschablone Abdrücke hinterlassen. Die Murmel- Tiere waren ganz aufgeregt und haben sich sicher gefragt was da abgeht! Max holt uns dann mit unserem Auto ab. Während der Kaffeepause am Nachmittag taucht dann der Präsident der AGLI auf.

24.05. 1990 Donnerstag

8.00 erst aufgestanden. Frühstück gemacht. Den Peugeot ( unser Auto ) nach Argentera gefahren. Die 4 vom Vereinsring sind gekommen. Jetzt ist die Bude voll.

Um 10.15 startet die Wanderung. Dummerweise habe ich Cillys Wanderschuhe im Auto vergessen. Das war vielleicht ein Anschiss. Sie musste mit Turnschuhen gehen!! Obwohl das Wetter nicht den besten Eindruck macht, sind wir losgestiefelt bzw. geturnschuht. ( Neue Wortschöpfung) Zuerst geht es steil nach oben, Höhenmeter um Höhenmeter, dann eben dahin über Wiesen, und immer wieder durch Schneefelder.

Trotz des Regens am Abend ein Spaziergang die Straße entlang. Um diese Zeit herrscht hier oben eine wunderbare Ruhe. Es gibt zwar auch tagsüber keine rush hour, aber jetzt sind nur wir und die Murmeltiere unterwegs.

Der einsetzende Regen, der später in Schneefall übergeht, macht die Sache recht ungemütlich. Die tief hängenden Wolken lassen die Schönheit der Gegend nur erahnen. Nach 3 Std. hörte der Regen auf, unsere Hosen sind bis oben nass, nur unter den Regenjacken ging es einigermaßen. Nach 4 Stunden Wanderung sehen wir im Tal, Argentera. Über den Serpentinenabstieg erreichen wir das in der Früh geparkte Auto.

25.05. 1990 Freitag

9.30 Uhr, Start zur großen Tour über den „ pas de la cavalle“ in 2671 Metern. Wir sind im Parc National du Mercantour der franz. Seealpen. Das Wetter scheint uns heute gewogen. Durch ein Bilderbuch-haftes Tal geht es 1 Stunde eben dahin. Ein fast kitschiges Bild. Durch grüne Wiesen schlängelt sich der malerische Bach. Im Hintergrund die schneebedeckten Berge. So ein Bild hängt man sich normalerweise über die Betten im Schlafzimmer. 

Eine Stunde auf der Flachetappe

 Das Schlafzimmer Bild 

 

Dann wird es ernst, der Aufstieg zum Paß beginnt. Wir erreichen den kleinen See unterhalb des Cavallo. Ganz ideal für eine erste Rast. Beim Weitergehen beginnen die Schneefelder, von denen wir heute Dutzende überqueren müssen. Bald sind meine Schuhe total durchnässt. Doch wen kümmert es. Sonne, herrliche Wolken zaubern einen Augenschmaus. Das gibt Superbilder! (von wegen, ich Dappes hatte an der kleinen Minox vergessen die vorher eingestellte Din Zahl 27, auf 21 Din zu reduzieren.) Merke es aber dann noch. Leider wird sich zeigen, daß die Bilder vom Aufstieg überbelichtet sind. 

 Die Murmel pfeifen hier überall

Den „ pas de la cavalle“ erreichen wir nach 4 Stunden. Trotz Kälte von unten kommen wir ganz schön ins Schwitzen. 

Es geht dann wieder aufwärts über den Col de Puriac. Wieder, wie am Vortag holt und das schlechte Wetter ein. Es hagelt. Nicht nur von oben naß, kurz vor dem Ziel muss noch ein reißender Bach gequert werden. Dann erreichen wir um 18.00 Uhr das Ruinendorf von Elena.

Bei der Rast am Übergang ziehe ich meine total nasse Hose aus und wandere mit der Turnhose aus dem Rucksack weiter. Es geht nun steil bergab. In der Ferne eine etwa 40 Tiere starke Herde. Wir streiten darüber. Gemsen oder Steinböcke. Die Sache bleibt ungeklärt.

Mit dem bereitgestellten Auto wieder zur Hütte retour. Alle Wehwehchen verflüchtigen sich um 19.00 Uhr im Hotel de la Paix in Large. Denen die nicht bei der Tour heute dabei waren, erzählen wir von einer großartigen Wanderung. Diese Tour muss man einfach gemacht haben. Landschaftlich ein Traum.

26.05. 1990 Samstag

Heimfahrt.

Abfahrt um 9.00 Uhr. Wir fahren über Frankreich, mit Stop in Barcelonette zum Einkauf. Nach 210 KM in Grenoble, gegen 13.00, Mittagspause. Weiterfahrt bis 16.30, jetzt braucht der vor uns her tuckernde VW-Bus etwas von dem von Franz Scheidsteger gesponserten Saft. 19.00 In Istein im Sportheim Abendessen. Im Breisgau gegen 20.40 braucht der VW wieder eine Tanke. Endlich um 23.30 sind wir nach 1025 KM daheim.

Resümee: Friedenshütte macht ungeheuer Spaß, wenn es doch nur nicht so viele KM wären. Wichtig, wenn wieder Frühjahrs-Wanderungen, unbedingt bessere Schuhe und Schneestulpen (Stutzen) mitnehmen. Zur Fahrerei, ich denke die beste Strecke ist folgende: Mainz, Karlsruhe, Basel, Olten, Bern N1, Montreux Genfer See, Martigne, Gr. St. Bernhard, (hin und retour), Aosta, Torino, ( grüne Schilder Autobahn Maut Richtung Savona), Ausfahrt Fossano, Cuneo, Bergo S. Dalmazzo, 950 Km.

Auf diesen beiden Bildern sind noch einmal die Teinehmer der Fahrt zur Friedenshütte im Jahr 1990 zu sehen. Wenn der Bericht auch meist die Freizeitaktivitäten zeigt, es wurde auch gearbeitet. Doch Bilder von der Arbeit sind halt weniger interessant.